Unser Konzept

Kurzfassung unseres Ansatzes

Der Name »Aparte Gruppe« bezeichnet übergreifend unsere intensivpädagogischen Häuser für Kinder- und Jugendliche mit lerntherapeutischen Maßnahmen zur schulischen Reintegration.

Konzeptionell ruht der Schwerpunkt unseres Ansatzes auf der Arbeit mit sozial labilen Kindern und Jugendlichen, die sich psychodiagnostisch als narzisstisch gestört bzw. neurotisch verwahrlost klassifizieren lassen. Diese Zielgruppe ist bekanntlich, aufgrund bestimmter ich-struktureller Defizite, zunächst nur höchst eingeschränkt zur Herstellung eines psychotherapeutischen Arbeitsbündnisses in der Lage, weil die intrapsychischen Konflikte hauptsächlich im sozialen Umfeld ausgetragen werden. Dieses leidet meist immens unter den Bewältigungsversuchen von erheblich traumatisierenden Erlebnissen (und wendet sich dann entsprechend verzweifelt an die Behörden), während der eigene Leidensdruck kaum empfunden wird.

Der im klassischen Sinne neurotisch gestörte Jugendliche verspürt in der Regel inneren Leidensdruck, vermag den Blick nach innen zu wenden, seine Träume zu berichten oder von seinen Gefühlen zu erzählen (Introspektionsfähigkeit), womit er sich als therapiefähig ausweisen kann. Der narzisstisch gestörte Jugendliche dagegen phantasiert sich, in seiner Abwehr tiefverdrängter Depressionen, Kränkungen und Traumata, einerseits als unangreifbar und unerreichbar, schiebt andererseits die Verantwortung für eigenes Versagen auf die Umwelt ab, wodurch die mit ihm betrauten Beziehungspersonen, welche als Zielscheiben für Projektionen herhalten müssen, häufig extremen emotionalen Belastungen ausgesetzt werden. Von daher ist es unabdingbar, an diesen Realbeziehungen anzusetzen und zwar dort, wo dem Kind, in seinem subjektiven Erleben, wirklich »der Schuh drückt« oder »das Wasser bis zum Hals steht«.

Deshalb legen wir allergrößten Wert auf eine fundierte psychoanalytische Team- und Einzelfallsupervision mit der Zielsetzung, die emotional höchst belastenden Beziehungen immer wieder zu entkrampfen und so dem Betreuer auch in den möglicherweise völlig festgefahrenen Situationen Neuanfänge zu ermöglichen, die für das Kind Wegweisungen zur Wiedergutmachung und Reparation parat stellen. Der Schuh, der drückt, der Engpass, der entstanden ist, hat bei Kindern und Jugendlichen mit ausgeprägter antisozialer Tendenz oft mit den An-

forderungen der Schule zu tun (im Leistungsbereich wie in der Frage der sozialen Anpassung). Aus diesem Grund sind diese Kinder und Jugendlichen in der Regel gerne bereit, gezielte Hilfsangebote anzunehmen, die sich auf die vorhandenen stofflichen Lücken, auf Konzentrationsschwierigkeiten, Teilleistungsschwächen o. ä. beziehen. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass der Lerntherapeut in der Lage ist, mit dem misserfolgsgewöhnten Kind das sich für zu dumm, zu faul und wertlos hält, so zu arbeiten, dass es das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit wiederfinden kann. »Optimale Passung« und Individualisierung des Unterrichts stehen hierbei als leitende Prinzipien ganz obenan.

Ziel der lerntherapeutischen Arbeit ist die Reintegration in das öffentliche Schulsystem. Über lange Zeit wird jedoch außerschulische Betreuung durch das Heim in Form von Nachhilfe, täglicher Hausaufgabenhilfe, regelmäßiger Schulkontakte etc. vonnöten sein, ehe das Wagnis dieser Reintegration eingegangen werden kann. Im Bereich der schulischen Reintegration verfügen wir genau in diesem Bereich des Zusammenlebens in der Gruppe über erfahrene und versierte Fachkräfte.

Für den Freizeitbereich legen wir den Schwerpunkt auf eine durchsichtige und klare Strukturierung der Tagesabläufe, die Sicherheit und Geborgenheit schafft. Dabei wird sowohl Gruppenprozessen Rechnung getragen als auch Raum für kreative Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten beim einzelnen Kind, sofern es sich in seinem Anspruch nicht gänzlich überschätzen sollte, bereitgestellt.




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Aparte Gruppe
intensiv-pädagogische Häuser für Kinder und Jugendliche
mit lerntherapeutischen Maßnahmen zur schulischen Reintegration